Der Garten, auf den ich blicke, während ich auf dem Sofa in der Jurte sitzend schreibe, hat mit der Domain, die oben deiner Adresszeile steht, tatsächlich nichts zu tun (ich mag nur diesen Harten-Garten-Spruch so gerne). Wir kamen ganz analog in seinen Genuss – und den seiner Besitzer. Über ein Treffen beim Yoga in einer alternativen WG in der Nähe. Und bleiben ihm und seinen Bewohnern ganz analog verbunden – mit der Schaufel oder einem Ei, einer Tasse Kaffee oder einem Lächeln in der Hand.

Es ist einer der schönsten Garten, die ich kenne.

Pilzvasion im Garten Eden

Aber dass der fündige Leser in diesem Moment etwas über diesen Garten und unsere Jurten unter dem besten aller vorstellbaren Domainnamen erfährt, das hat zunächst rein digital vermittelte Gründe (natürlich steht auch hier noch hinter jedem Code ein Mensch – und nicht nur ein Algorithmus. Der wäre auch kaum einfach so nett). Ein zentraler Grund: mein Mangel an Ahnung. Und ein leichter Hang zum Unbedarften.

Als Jurtenbewohner und Erbauer, der ich unter anderen über die letzten Jahre geworden bin, habe ich natürlich immer mal wieder gespäht auf diese Domain. Ohne freilich etwas zu sehen. Denn bislang war da nichts jenseits des reinen Besitzes. Kreatives Ödland. (In etwa so wie beim allermeisten menschlichen Grundbesitz aus Sicht der Artenvielfalt – also in etwa die Schaffenskunst der Natur – nicht viel ist, außer Wüste und Tod.)

Jedenfalls bemühte ich mich dann eines Tages einfach einmal ganz praktisch um diese Domain und füllte die Angebotsmaske aus. Ich wusste nicht, was so etwas kostet – lizardclimbing.com hatte noch niemand vor mir gewollt, folglich war sie recht günstig. Was Jurte.de eigentlich gekostet hätte, darf ruhig weiter in der Dunkelheit des Domainhandels schlummern, geboten habe ich – wie gesagt aus reiner Ignoranz heraus – den Bruchteil eines Bruchteils. Und einen kurzen, netten Text.

Ohne viel Hoffnung auf eine Antwort.

Diese kam per dann wenige Tage darauf per Telefon und fiel so begeistert und so unerwartet anders als erwartet aus, dass ich vom Gefühl her zwar umgehend vollstes Vertrauen in den Besitzer der Domain fasste, vom Kopf her dem Braten aber fast nicht voll über den Weg trauen wollte. Er wolle mir das Domainpaket zur freien Gestaltung und Verfügung überlassen, ganz ohne monetäres Interesse dahinter. Einfach weil ihm meine schon bestehende Seite und die Idee gefalle. So schön kann Mensch sein sein. Wer sein Häuschen as far away as possible (afaap) vom Geld errichtet, der hat auch bessere Chancen afaap vom Geld „belohnt“ zu werden – in diesem Fall in Form von Offenheit und der Lust eine Domain einfach nur so – quasi zum Spaß – zum Leben erweckt zu sehen.

Eine Biene aus einem von fünf Völkern, die den Garten bevölkern und beleben.

Leben zum Selbstzweck – was für ein abgefahrenes Konzept. (Sollte man mal patentieren lassen!)

Bis ich es aber zum Patentamt schaffe (Unbedarftheit wird mir dort nicht viel helfen), sitze ich lieber noch ein bisschen hier und schaue den Blaumeisen auf der Terrasse zu, dem Regen und dem Wind dahinter. Gestalte und erzähle die Geschichte dieses Gartens und der Jurten darin. Unter der schönsten digitalen Adresse, die ich mir hätte wünschen können.

Jurte.de.

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